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Hintergrund

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Ausgangslage

 

  • Bei 37'000 Einwohnern im Jahr 2015 verfügt Liechtenstein über eine fast gleich grosse Zahl an Arbeitsplätzen, einen Pendleranteil von mehr als 50 % und eine Anzahl an Motorfahrzeugen, die sich in der Grössenordnung der Einwohner- und Arbeitsplatzzahl bewegt.

 

  • Gemäss Prognosen (Strittmatter) wird im Jahr 2030 die Bevölkerung auf 43'800 angewachsen sein, die Anzahl Arbeitsplätze gar auf 47'900 und die Zahl der Pendler auf 25'000.

 

  • Den aus diesen Entwicklungen resultierenden Herausforderungen an das Verkehrssystem soll frühzeitig mit der Weichenstellung zur Errichtung einer S-Bahn begegnet werden.

     

Ziele

 

  • Generell steht beim S-Bahn Projekt die Schaffung eines attraktiven Regionalverkehrs mit Anbindung Liechtensteins an die S-Bahn-Systeme des Kantons St. Gallen und des Bundeslandes Vorarlberg im Fokus. Der Regionalverkehr soll durch die Einführung eines durchgehenden Halbstundentaktes auf der Strecke Feldkirch - Buchs mit Bedienung aller Haltestellen in Liechtenstein attraktiver werden.

 

  • Auch die Verbesserung der regionalen und internationalen Vernetzung Liechtensteins mit den Metropolen Zürich, Wien und München bildet ein wichtiges Kriterium der S-Bahn.

 

  • Das Projekt verfolgt zudem eine Entlastung im Strassenverkehr durch zunehmende Nutzung des Öffentlichen Verkehrs. Potenzial hierfür ist anfangs insbesondere bei den Pendlern aus Vorarlberg und der Schweiz zu sehen. 
     
  • Mittel- bis längerfristig stellt das aktuelle S-Bahn Projekt die Grundlage für die Weiterentwicklung des Schienenverkehrs in Liechtenstein dar. Es handelt sich deshalb um ein Generationenprojekt, über dessen Grundlage jetzt zu entscheiden ist.

 

 

Politischer Rahmen

 

  • Ende 2017 läuft nach 40 Jahren die bestehende Konzession der Österreichischen Bundesbahnen für die Benützung der Eisenbahninfrastruktur in Liechtenstein aus. Ein Gesuch der ÖBB zur Konzessionsverlängerung ist bei der Regierung eingegangen.

 

  • Bereits 2008 haben Liechtenstein, Österreich und die Schweiz eine Absichtserklärung zur Errichtung einer S-Bahn unterzeichnet. Österreich hat zudem die Bereitschaft signalisiert, die Kosten für das S-Bahn-Projekt auf liechtensteinischem Territorium mitzufinanzieren.

 

  • Als Bindeglied zwischen den S-Bahn-Systemen des Kantons St. Gallen und des Bundeslandes Vorarlberg ist die S-Bahn Liechtenstein wichtiger Baustein eines grenzüberschreitenden Eisenbahnkonzepts. Ziele dieses Konzepts sind ein attraktiver Regionalverkehr sowie die internationale Anbindung.

 

  • Im Dezember 2014 hat die Regierung die Behördenverfahren (eisenbahnrechtliche Baugenehmigung und Unweltverträglichkeitsprüfung) für das S-Bahn-Projekt in Liechtenstein abgeschlossen. Nachdem keine Einsprachen eingegangen sind, sind die Entscheide mittlerweile rechtskräftig.

 

  • Nächster Projektschritt ist die Sicherstellung der Finanzierung. Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein wird hierzu dem Landtag im Juni 2015 einen entsprechenden Bericht und Antrag zur Beschlussfassung vorlegen. Auf der Preisbasis des Jahres 2010 wurden Gesamtprojektkosten in der Höhe von 99 Mio € veranschlagt.

 

  • Liechtensteins und Österreichs Regierungen haben sich darauf verständigt, die im Projekt skizzierten Investitionen gemeinsam zu tätigen. Nachdem Österreich seine Bereitschaft zur Mitfinanzierung des Projekts zum Ausdruck gebracht hat, gilt es, das offene Zeitfenster für einen Entscheid zur S-Bahn zu nützen.

 

  • Die S-Bahn ist nicht nur ein Eisenbahnprojekt mit Gleisbau sowie einer Generalsanierung von Haltestellen und Technik. Begleitend dazu wird auch die Strasseninfrastruktur angepasst (Unterführung Rheinstrasse Nendeln, Kreisel Industrie Mauren) sowie in den  Lärmschutz und in Massnahmen zur Behindertengleichstellung investiert.

 

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